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Zehn Jahre Koordinierende Kinderschutzstelle im Landkreis / Familienhandbuch zum Jubiläum

04.11.2019 Pressemitteilung des Landratsamtes Regensburg

KoKi baut Brücken für Eltern – zwischen den Systemen

Regensburg (RL). Die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat Landrätin Tanja Schweiger am Mittwoch, 15. Oktober, das „Netzwerk frühe Kindheit“ ins Landratsamt eingeladen.

Die Akteure in diesem Netzwerk kommen aus völlig unterschiedlichen Berufsbereichen. Was alle jedoch eint, ist die Aufgabe, sich um die Belange von werdenden Eltern und die von Eltern mit Babys beziehungsweise Kleinkindern zu kümmern. „Meinen herzlichen Glückwunsch an Sie alle! Durch Ihre Arbeit als Netzwerkpartner in den letzten zehn Jahren haben Sie mitgeholfen, dass im Bereich der Familienhilfe ein umfassendes Unterstützungsangebot zur Verfügung steht. Sie helfen und beraten mit nötiger Sensibilität und bieten strukturierte Hilfe an. Wie groß der Blumenstrauß an Hilfen ist, zeigt unser neues Familienhandbuch, das heute zum Jubiläum aufgelegt wurde“, so Landrätin Tanja Schweiger.

Die Gästeliste war lang und der große Sitzungssaal im Landratsamt gut gefüllt. Beide Regensburger Geburtskliniken waren auf oberster Leitungsebene vertreten, die Schwangerenberatungsstellen, die Koordinierungsstelle der Hebammenversorgung, die Frühförderstelle mit der Frühgeborenennachsorge und auch niedergelassene Gynäkologen und Kinderärzte. Neben dem Gesundheitsbereich waren ebenso die vielfältigen Beratungsstellen und Bereiche der Jugendhilfe vertreten, die Eltern unterstützen und weiterhelfen, wenn es im Alltag schwierig wird.

Die Koordinierende Kinderschutzstelle hat die Aufgabe, die bestehenden Angebote im Bereich der Frühen Hilfen zu bündeln. Ab sofort gibt es unterstützend auch ein Familienhandbuch, das künftig allen Eltern zur Verfügung stehen wird. „Das ist unser Geschenk an die Eltern, aber auch an unser Netzwerk“, so KoKi-Mitarbeiterin Petra Weiherer. Für alle Phasen des Eltern-Seins sind darin wichtige Fachstellen, Hilfs- und Beratungsangebote für Familien, sowohl in den Gemeinden vor Ort, als auch im Landratsamt und in der Stadt Regensburg, aufgelistet. Landrätin Tanja Schweiger war dabei wichtig, dass auch Themenbereiche wie Vorsorgevollmacht oder „Pflege von Angehörigen“ aufgenommen werden.

In ihrem Rückblick auf zehn Jahre KoKi, wandte sich Tanja von Brincken, Mitarbeiterin der KoKi, direkt an die Netzwerkpartner. Sie beschrieb, wie das gegenseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit zum Wohl der Familien im Laufe der Jahre gewachsen seien. Inzwischen bestehen enge Kooperationen, wie zum Beispiel mit dem Deutschen Kinderschutzbund im Bereich der ehrenamtlichen Familienpaten. Auch ist es KoKi gelungen, Fachkräfte aus dem pädagogischen Bereich, Gesundheitsfachkräfte – wie eine Familienhebamme oder Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen – zu gewinnen, die einspringen, wenn Familien Unterstützung brauchen. Die Fachstelle wolle und dürfe sich aber nicht auf Erfolgen ausruhen, sondern müsse den Blick in die Zukunft richten und benennen, was vor Ort noch fehlt, sei es an Hilfsangeboten oder sei es an Möglichkeiten, Familien zu erreichen.

Aus diesem Grund entschied sich die Fachstelle, den Hamburger Chefarzt des katholischen Kinderkrankenhauses Wilhelmstift als Hauptredner einzuladen. Der Kinderarzt ist Geschäftsführer der Stiftung SeeYou und Gründer des „Projekts Babylotse“. Der Kinderarzt erklärte in seinem Vortrag, wie sich Belastungen in Familien auf die Entwicklung eines Kindes auswirken. Er hob hervor, wie sinnvoll es sei, wenn diese Belastungen so früh wie möglich erkannt werden und die Eltern daraufhin passgenaue Unterstützung erhalten.

Sein Vortrag führte zu den Geburtskliniken, in denen 98 Prozent der Kinder in Deutschland geboren werden. Es gebe Untersuchungen darüber, dass das Klinikpersonal sehr wohl Belastungen bei Familien wahrnehme. Das bedeute allerdings für die Ärzte und Pflegekräfte, dass sie sich mit Herausforderungen befassen müssen, die allein mit den Strukturen des Gesundheitssystems nicht zu bewältigen seien. Laut Dr. Siefert sind Kliniken geeignete Orte, um Unterstützungsbedarfe zu erkennen und Wege zu Frühen Hilfen zu eröffnen. Hierfür seien allerdings eigene Konzepte erforderlich.

KoKi – Netzwerk frühe Kindheit:

Die Koordinierende Kinderschutzstelle im Kreisjugendamt berät und unterstützt werdende Eltern und Eltern mit Babys beziehungsweise Kleinkindern. Eltern können sich in allen Fragen und bei allen Problemen an KoKi als Anlaufstelle wenden. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch auch anonym. Kontakt: 0941 4009-608, -611, -622

Das Familienhandbuch des Landkreises wird in den Gemeinden aufliegen und an die Netzwerkpartner ausgegeben. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich das Familienhandbuch im Landratsamt bei KoKi abholen. Es kann auch von der Internetseite des Landkreises heruntergeladen werden unter: www.landkreis-regensburg.de

 

Bildunterschrift: Koordinierende Kinderschutzstelle im Landkreis feiert 10-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Netzwerkpartnern. (v. li.: Werner Kuhn, Leiter des Kreisjugendamtes, Tanja von Brincken, Mitarbeiterin der KoKi, Referent Dr. med. Sönke Siefert; Petra Weiherer, Mitarbeiterin der KoKi; Karl Mooser, ehemaliger Leiter des Kreisjugendamtes, Eva-Maria Havla, ;Mitarbeiterin der Koki, und Landrätin Tanja Schweiger) Foto: Beate Geier/LRA Regensburg


 

 

 

 

 

Kategorien: Landratsamt

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